From the magazine sic! 6/2020 | S. 366-369 The following page is 366

«Rolex Kapillarimport»
Bundesgericht vom 4. Dezember 2019 (I. zivilrechtliche Abteilung; teilweise Gutheis­sung der Beschwerde und Rückweisung an die Vorinstanz; 4A_379/2019)

Zivilrechtliche Rechtsbehelfe des Markeninhabers bei Import gefälschter Uhren zu privaten Zwecken bejaht

MSchG 13 IIbis, 13 II d, 55. Gegen einen Importeur, der gefälschte Waren zu privaten Zwecken importiert (sog. Kapillarimporte), stehen dem Markeninhaber grundsätzlich dieselben Rechtsbehelfe gemäss Art. 55 MSchG offen wie bei einer Markenverletzung durch eine gewerbliche Tätigkeit (E. 8.1).

MSchG 55 I a. Im Falle eines Imports gefälschter Waren zu privaten ­Zwecken ist es nicht bundesrechtswidrig, die für ein Verbot zukünftiger Markenverletzungen (Unterlassungsbegehren) erforderliche Begehungs- oder Wiederholungsgefahr zu ver­neinen, wenn der Importeur die Rechtswidrigkeit des Imports nicht bestreitet und sich der Rechtswidrigkeit des Imports im Zeitpunkt der Bestellung nicht bewusst war (E. 9.3).

LPM 13 IIbis, 13 II d, 55. Contre un importateur qui importe des produits contrefaits à des fins privées (les dénommés importations capillaires), le titulaire de la marque dispose en principe des mêmes voies de droit selon l’art. 55 LPM que dans le cas d’une violation du droit à la…

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